„Öffnungszeit“ in Kirchberg

Das ehemalige Jugendgefängnis in Kirchberg soll zum Kulturraum werden. Die Ausstellung „Öffnungzeit“ ist ein erster Schritt, sich seiner Geschichte zu stellen. Denn was hier bis in die 1970er Jahre mit Jugendlichen passiert ist, kann man sich heute kaum  vorstellen. Als Außenstelle der Jugendstrafanstalt Kaiser Ebersdorf wurden Jugendliche hier her gebracht, „um gebrochen zu werden“. So formuliert es Karl M., der hier in den 60er Jahren eingesperrt war. Die Jugendlichen wurden gefoltert und mussten Zwangsarbeit leisten.

Man hat meine Hoden mit Zigaretten verbrannt. Absichtlich. Andere Kinder wurden blutig geschlagen mit einem abgeschnittenen Besenstiel.

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„Es gab fürchterliche Hiebe. Die Kinder haben fürchterlich geschrien. Das müssen die Leute gehört haben.“

 

Rainer Friedl hat den Koarl begleitet – zuhause, in Wien, beim Zurückkommen nach Kirchberg. Dabei sind viele Bilder entstanden und ein sehr bewegendes Interview. Im Magazin gibt es Auszüge zu sehen und zu lesen.

 

 
Im Rahmen der Ausstellung kann man die Bilder von Koarl in seiner ehemaligen Zelle sehen. Einer von über 30 Beiträgen zur „Öffnungszeit“. Verschiedene Künstlerinnen und Künstler haben die ehemaligen Zellen gestaltet, auch Keller, Hof und Dachboden sind bespielt. Zu sehen bis Ende Mai 2017.

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Konzept & Fotografie von Rainer Friedl

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Die Republik Österreich hat sich schon in den 60er Jahren ein „Guantanamo“ geleistet.

Koarl engagiert sich für ehemalige Heimkinder und sprach bei der Eröffnung der Ausstellung. Es ist ihm sehr wichtig, dass die Geschichte aufgearbeitet wird – dass sie „zugedeckt wird mit etwas Schönem“, wie er formuliert.

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Koarl und Rainer bei der Ausstellungseröffnung.
Öffnungszeit
Ein Gefängnis wird Kulturraum

Ein Projekt von: Kunst Kultur Kirchberg am Wagram
Projektleitung: Wolfgang Giegler, Mag.art. Hanna Scheibenpflug

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